EDV in der Schulverwaltung und Online basierte Eltern-Lehrer-Schüler-Portale- Segen oder Fluch?

Dieser einführende Artikel soll als Diskussionsgrundlage für dieses sehr kontrovers diskutierte Thema im Bereich der Schulen sein.

Die gute Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern, Schule und Elternhaus stellt ein wesentliches Kriterium für den Erfolg schulischen Arbeitens dar. Die gegenseitigen Erwartungen der am Bildungsprozess Beteiligten machen es daher notwendig, kontinuierlich an Ansätzen zu arbeiten, mit denen diese Zusammenarbeit auch im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung verbessert werden kann. Dies ist zum Beispiel ein Hauptansatz des Projektes AKZENT der Stiftung Bildungspakt Bayern, des Digitalen Bildungsnetzes Bayern, in gewissem Rahmen auch des Schulnetz-Projektes der ALP Dillingen, der Entwicklung der ASV in Bayerns Schulen und vieler weiterer Projekte und Initiativen, die sich mit dem Einsatz von IT in Schulen beschäftigen..

Ich möchte Sie einladen aus Ihrer Sicht zu folgenden Leitfragen Stellung zu nehmen oder Erfahrungen aus der Praxis zu schildern.

  • Ist eine solche Weiterentwicklung des online basierten Austausches vielleicht gar nicht notwendig?
  • Sind vielleicht Fragen des Datenschutzes wichtiger? Was sollte erlaubt sein? Was nicht?
  • Neue Technologien sollen es ermöglichen, bestehende räumliche und zeitliche Hürden zu überwinden und eine kontinuierliche sowie anlassunabhängige Kontaktaufnahme zwischen Lehrkräften, Schule und dem Elternhaus zu unterstützen. Sind Sie auch dieser Meinung? Oder nicht?
  • Wir brauchen neue Maßnahmen zur Optimierung der Kommunikation zwischen Schulleitung,  Lehrerkollegium, Elternbeirat und Eltern! JA oder NEIN?
  • Beratungs- und Informationsangebote online?
  • Digitale Klassenbücher, Rückmeldesysteme, Notenverwaltung, Dokumentenverwaltung. Brauchen wir das auch online?
  • Wir brauchen individuelle Lernangebote im Netz und Lernplattformen. JA oder Nein?
  • Wie sollen solche Lösungen aussehen? Was setzen Sie ein? 
  • Brauchen wir viele verschiedene Lösungen oder eine einzige?
  • Was muss eine praxistaugliche EDV- Lösung auf jeden Fall bieten, damit sie Akzeptanz findet bei Eltern, Lehrern, Schülern und Schule?

Bitte nehmen Sie an der Diskussion teil, in dem Sie die Kommentarfunktionen dieses Blogs nutzen.

14 Gedanken zu „EDV in der Schulverwaltung und Online basierte Eltern-Lehrer-Schüler-Portale- Segen oder Fluch?“

  1. Hallo,

    Es gibt einige Lösungen, auch sehr gute, die auch schon in anderen Ländern im Einsatz sind (nicht nur das Infoportal) Fast alle hier diskutierten Lösungen (Notenverwaltung online, Digitales Klassenbuch, Eltern-Lehrer-Schüler-Portale, etc.) gibt es nur an privaten Schulen. In unseren öffentlichen Schulen sind fast alle diese Dinge verboten. In der Liste der freigegeben Verfahren für die Verwaltung solcher Daten in der Schule steht nur ein Programm: ASV Der einzige Weg, der in Zukunft möglich sein wird, sind die bald einsatzfähigen lokalen Datenschutzbeauftragten, die auf Grundlage des BAYRISCHEN Datenschutzgesetzes bestimmte Verfahren und Lösungen freigeben können. Leider ist dieses restriktiver bzw. wird es restriktiver ausgelegt als das manch anderer Bundesländer und Länder.
    Es muss, wenn sich hier etwas ändern soll, die Politik etwas ändern.
    Bis dahin bleibt es bei verwaltungstechnischen Insellösungen ohne gemeinsamen Online-Datenzugriff mit granularer Rechtevergabe für Eltern, Lehrer, Schüler, Schule. Ein bisschen Notenmanager, ein bisschen Papier, ein bisschen E-Mail, ein bisschen mehr in Papierform usw.
    Der Weg zu effizientem, zentralem Datenmanagement und Dokumentenmanagement usw. scheint nicht möglich zu sein. Nur dann wäre meiner Meinung nach aber auch eine echte Beschleunigung, Zeit- und Arbeitsersparnis möglich.

    Liebe Grüße
    Jörg Schreiber

    1. Hallo,

      aus dem Nachbarbundesland verfolge ich eure Diskussion mit Interesse, da wir (Gymnasium mit ca. 110 L. / 1100 S.) ebenfalls
      gravierende Probleme mit der Informationsverteilung haben.

      Wir nutzen zwar bereits Insellösungen (z.B. WebUntis, Dokuwiki,
      Moodle, …) – es fehlt jedoch eine Kommunikationsplattform, die
      idealer Weise Eltern mit einbindet und dabei datenschutzrechtliche
      Vorgaben beachtet (imo ist es nur eine Frage der Zeit, bis ein
      Lehreraccount in Schülerhände gelangt).

      Eventuell sind folgende Handreichungen des Landesinstitutes für
      Schulentwicklung BW für euch ebenfalls interessant:
      http://www.ls-bw.de/beruf/projektg/intranet (rechts oben sind die pdf’s).
      Mir erscheinen besonders die Lösungen von CAS (großer Mittelständler) und Intrexx (von United Planet) vielversprechend.

      Wir werden im Rahmen eines auf 2 Jahre angelegten Projektes eine Kommunikationsplattform testen (Auswahl noch nicht erfolgt), weshalb ich gerne auch nach Bayern schiele.

      Über weitere Tipps zu Kommunikationsplattformen würde ich mich freuen.

      Ich würde allerdings nicht daran denken wollen Noten (und sonstige
      sensible Daten) online verfügbar zu machen. Wichtige Infos sind bei
      uns nur im Intranet verfügbar und ganz sensible Daten gar nur im
      Verwaltungsnetz (physikalisch von S-Netz getrennt). Für die Schülerverwaltung und Zeugnisse 5-10 nutzen wir svp-bw, in der Kursstufe für die Zeugniserstellung und Kurswahl Winprosa.

      Viele Grüße vom Kepler-Gymnasium in Freiburg + guten Start in die Woche
      Frerk Popovic

  2. Hallo,
    vieles sieht auf den ersten Blick attraktiv aus. So ist z.B.in Norwegen „fronter“ als Verwaltungssystem weit verbreitet. Unter anderem stehen hier Leistungsberichte und Noten von SchülerInnen den Eltern online zur Verfügung, können online Termine vereinbart werden, läuft die gesamte Schulverwaltung über das System, wobei die Server beim Hersteller stehen. Gleichzeitig ist „fronter“ eine Lernplattform, hält online die Aufgaben für die SchülerInnen vor usw. Auf den ersten Blick sicher toll, auf den zweiten Blick macht mir das als Lehrer Angst. Nicht weil ich meine Noten und Leistungsberichte offen legen muss. auch nicht weil eine E-Learning-Plattform zur Verfügung steht. Sondern weil ich die Befürchtung habe, dass gerade die wichtigen persönlichen Kontakte leiden. Und weil mir der Datenschutz für die Schülerinnen wenig bis gar nicht gewährleistet scheint. In einem solchen System wird jeder leistungsmäßige Aussetzet schonungslos dokumentiert, erhalten Zahlen (Noten) – so wird es jedenfalls in Deutschland und besonders an weiterführenden Schulen sein – eine ungeheure Bedeutung, verliert im Gegenzug die individuelle Bewertung. Und wo kann der Schüler noch Kind sein, dem Fehler zugestanden werden. Wo kann ich als Lehrer udn Pädagoge mildernd eingreifen? Wo wird aus pädadgogischem Fingerspitzengefühl ein Dienstvergehen, weil ein bürokratisches Item nicht stimmt. Wo kann ich dann beispielsweise (Gesamt-)Noten in pädagogischer Verantwortungund nicht im arithmetischen Mittel geben – ein Privileg, das in Bayern eh nur noch den Mittelschulen zugestanden wir, teilweise uach den Grundschulen. Wozu also der Online-Datenzgriff für Eltern? Wo führt er hin? Zu mehr Verständnis für das Kind, mehr Einfühlungsvermögen und mehr elterliche Förderung? Ich befürchte das Gegenteil – wie es an vielen weiterführenden Schulen zu finden ist. Was geht ein Schulamt die einzelnen Noten eines einzelnen Schülers gegeben von einem einzelnen
    Lehrer an. Führt das zu einer Verbeserung der Vor-Ort-Situation, zu mehr Bildungsgerechtigkeit, zu mehr Nachteilsausgleich? Ich hab da meine Zweifel! Und das sit jetzt nur ein Aspekt!
    Ich halt jetzt mal die Luft an und schalte mich später wieder indie Diskussion ein….

    1. Wir an der Vibos benutzen Fronter, ein beliebig skalierbares System, professionell gewartet, höchste Verfügbarkeit mit vielfältigen Werkzeugen. Wir sind sehr zufrieden damit. Wir benutzen das System allerdings eher wg. der sehr umfangreichen methodischen Möglichkeiten als Lernplattform. Startseiten stehen zur Verfügung, mit denen man den Lernstoff ausgezeichnet aufbereiten kann.
      Es ist zusammenfassend gesagt so, dass man den „normalen“ Unterricht ziemlich vollständig virtuell damit abbilden kann.
      Was wir an der Vibos auch machen.
      Die Argumente gegen solche Systeme („schonungslose Dokumentation“) finde ich nun wieder zweifelhaft. Ist fehlende Transparenz per se ein Vorteil des „normalen“ Unterrichts?
      Da komme ich aber schwer ins Grübeln und einschlägige Gegenbeispiele fallen sicher jedem ein.
      Um auf eine der Ausgangsfragen einzugehen, ob wir Lernplattformen brauchen: Ja, brauchen wir, um näher an unsere Schüler heranzukommen, ihnen individuellere Angebote zu machen, die jederzeit verfügbar sind.
      Und, natürlich, jedes größere Unternehmen arbeitet mit solchen Instrumenten und wir können damit unsere Schüler auf das vorbereiten, was später an ihrem Arbeitsplatz auf sie zukommen wird.
      Das werden sie brauchen wie das kleine 1×1.

    1. Hallo,

      ich könnte nun stundenlang über Elternarbeit, Kompetenzorientierung, stärkenorientierte Rückmeldung, Lernangebote zur individuellen Förderung innerhalb dieser Eltern-Lehrer-Schüler-Portale reden.
      Glaub mir, Jörg, ich weiß, wovon ich rede. Und meine PÄDAGOGISCHEN Plattformvorschläge würden sich mit Sicherheit gerade nicht auf die digitale Notenverwaltung beschränken.
      Hier gibt es so viel tolle Ansätze zur Zusammenarbeit und vor allem eben zur Arbeitsentlastung der Schule! Diese Zeit kann man dann eben für aufsuchende Elternarbeit, Individualisierung usw. nutzen, nur der sehr fehleranfällige, schwerfällige und unzeitgemäße „Papierkram“ würde wegfallen. Darum geht es.
      ICT nur als Mittel zum Zweck. Aber die muss eben leistungsfähig und zeitgemäß sein.

      Liebe Grüße
      Jörg Schreiber

    2. Hallo,

      Nur ein paar Denkanstöße, wo EDV entlastend sein kann, da Informationen nicht aktiv (z.B. via Zettel) zwischen den Beteiligten transportiert werden müssen:
      – Absenzen, Termine, Vorkommnisse, Sportsachen vergessen usw. => also ein Digitales Klassenbuch
      – Noten, Leistungen, Verhalten, Kompetenzen rückmelden und sicherstellen, dass die Informationen zeitnah von allen am Bildungsprozess Beteiligten auch erhalten wurden, also z.B. Digitale Rücklaufzettel
      – Kursbuch mit Terminplan, Probenterminen inkl. Lernmaterial
      – Raumbuchung, Geräteverleih, Budgetverwaltung
      – Dokumentenmanagement, Online-Formulare für alle verwaltungstechnischen Aufgaben
      – Stoffverteilungspläne mit Prüfungszeiträumen, Lernangeboten zur individuellen Förderung
      – Allgemeine Abfragen, Umfragen, Rückmeldungen wie Zeitplan Elternabend, Elternbriefe, gemeinsame Bestellungen, Buchungen etc.
      – Kontaktaufnahme zwischen den Eltern, Anbahnung von Elternseminaren, Treffen, etc.
      – Einsammeln der Notenlisten zum Zeugnistermin
      – Turnusmäßige Noten- und Leistungsübersichten mit allen Leistungen
      – „Wissen, was läuft.“ Z.B. Bei Anrufen in der SL, beim Klassenlehrer. Infos an Lehrer, die nicht da sind, nur an wenigen Tagen an der Schule sind, etc.
      Ich könnte jetzt lange weitermachen, da fallen den anderen Beteiligten wahrscheinlich auch noch viele Sachen ein.
      Das kann man mit EDV deutlich schneller, effizienter und für den einzelnen Lehrer arbeitsentlastender machen. Ich denke, das kann keiner bestreiten. Viele der oben genannten Dinge sind heutzutage redundant in der Schule vorhanden oder müssen abgeschrieben, kopiert und weitergegeben werden. Das könnte man sich sparen. Übrigens arbeiten doch fast alle anderen Behörden alle mit EDV und nutzen entsprechende Systeme.
      Die so gewonnene Zeit kann man an der Schule für die wirklich wichtige Arbeit am Schüler, am Menschen nutzen, um individuell zu helfen. Und dies dann auch auf Basis einer umfassenden Informationslage, die Jörg „gläserner Schüler“ nennt. So kann man es meiner Meinung nach negativ ausdrücken. Ich sehe das deutlich positiver.

      @Jörg
      Fronter kenne ich gar nicht so als Verwaltungswerkzeug. Ich würde hier andere Lösungen vorziehen. Das ist aber sekundär, was man hier einsetzt. Es muss eine modulare, leistungsfähige und vor allem professionell auch sicherheitstechnisch geprüfte Lösung sein, die auch skalierbar ist.

      Liebe Grüße
      Jörg Schreiber

  3. Hallo,
    @ Jörg Bauer:

    Du hast geschrieben:
    ====ZITAT====
    Mir erschließt sich beispielsweise der Sinn des Notenmanagers nicht
    für Mittelschulen, ich hatte noch nie Probleme, den Eltern meiner
    Schüler/innen auch über den Leistungsstand in Fächern die ich nicht
    unterrichte, Auskunft zu geben – weil wir an meiner Schule eben
    persönlich miteinander kommunizieren (können, weil relativ überschaubar).
    ===ZITAT ENDE===

    Genau da liegt aber z.B. an unserer Schule (Gymnasium) mit fast 1500 Schülern und über 110 Kolleginnen und Kollegen, davon bis zu 30% in Teilzeit , der Haken.
    Es gibt halt nicht nur überschaubare Mittelschulen mit dem Klassenleiterprinzip.

    Wir versuchen schon auch zu kommunizieren, aber bei vielen Absprachen über Termine, Wettbewerbe, Infos zu Schülern, Projektfortgänge, Arbeitskreise, den Leistungsstand in verschiedenen Fächern usw. kann ich eben nicht mal eben mit jedem das persönliche Gespräch suchen.

    * es sind zu viele Kollegen mit denen ich mich koordinieren muss
    * mit manchen Kollegen bin ich z.B. nur an 2 Tagen/Woche zur selben Zeit im selben Gebäude ….
    * wir haben nicht das Klassenleiterprinzip, d.h. in vielen meiner
    Klassen bin ich mit zwei oder sogar einer Stunde pro Woche.
    * selbst in der Klasse, in der ich Klassenleitung habe, bin ich nur
    4 oder max. 6 Stunden pro Woche – max. in zwei Fächern. Also muss ich für den aktuellen Stand bzw. Infos zu Mitarbeit usw. mit bis zu 8 verschiedenen Kollegen reden …
    * wenn ich gerade in einer Klasse, die ich alle zwei Wochen eine
    Doppelstunde habe, etwas zu einem Schüler, seinem momentanen Leistungstand, aktuellen pädagogischen oder familiären Problemen wissen möchte, kann ich natürlich den Klassenleiter fragen, oder schlimmer sechs bis acht Kollegen – um mir ein Bild zu machen. Wenn das bei mehreren Schülern der Fall ist … wird das schnell unrealistisch
    * ich plane viel beim Schüleraustausch und Studienfahrten mit –
    benötige da immer wieder Kontaktdaten usw. von Schülern, die ich gerade nicht selbst unterrichte ….. es wäre ein Segen, hier nicht zum Sekretariat rennen zu müssen, sondern die Infos online abrufen zu können … auch am Wochenende, in den Ferien, außerhalb der
    Öffnungszeiten des Sekretariats ….
    * Ich arbeite gerade wegen meines löchrigen Stundenplans und vieler Nachmittage (bis zu 4/Woche) in der Schule auch gerne von zu
    Hause. Das ist familienfreundlich …. geht aber nur, wenn gewisse Informationen übers Internet zugänglich sind.
    * ich habe kein Büro in der Schule, so dass ich da immer an alle
    Daten im Intranet der Schule herankomme, und ich habe auch nicht zeitlich flexiblen Zugang zum Schulgebäude ==> online Zugriff auf Daten z.B. per vpn ist ein Segen

    Man muss sicher überlegen welche Daten, wie lange, mit welchem Zugriffsschutz, für wen zugänglich sind – sinnvoller Datenschutz eben, mit Datenschutzrichtlinien und -beauftragten vor Ort.

    Viele von den Dingen, die Jörg Schreiber nennt, berühren aber nicht einmal den Bereich der im engeren Sinne personenbezogenen Daten:

    ===ZITAT===
    – Kursbuch mit Terminplan, Probenterminen inkl. Lernmaterial
    – Raumbuchung, Geräteverleih, Budgetverwaltung
    – Dokumentenmanagement, Online-Formulare für alle
    verwaltungstechnischen Aufgaben
    – Stoffverteilungspläne mit Prüfungszeiträumen, Lernangeboten zur
    individuellen Förderung
    – Allgemeine Abfragen, Umfragen, Rückmeldungen wie Zeitplan Elternabend, Elternbriefe, gemeinsame Bestellungen, Buchungen etc.
    – Kontaktaufnahme zwischen den Eltern, Anbahnung von Elternseminaren, Treffen, etc.
    ===ZITAT ENDE===

    Und dass Noten und wesentliche Informationen zu Schülern wenigstens für alle Lehrer, die sie unterrichten, auch online (verschlüsselt, mehrfach gesichert, zeitlich begrenzt) zugänglich sind, halte ich für die legitime, elektronische Umsetzung des Konzepts des „Noten-/Klassenordners“ im Schrank des Lehrerzimmers – eben in der aktuellen Version des 21. Jahrhunderts.

    Wir sollen viel, aktuell, individuell usw. über unsere Schüler Bescheid wissen und mit ihnen und ihren Eltern kommunizieren … aber sollen wir all die Informationen weiter brav auf Zettelchen, in Aktenordnern und Notenbüchlein oder auf blöden USB-Sticks (die man übrigens leicht mal verliert – wo ist denn da der Datenschutz?) herumschleppen und alle nötigen Informationen im persönlichen Gespräch austauschen?

    Fazit:

    ich möchte eine gut integrierte, deutlich stärker online verfügbare Möglichkeit der Zusammenarbeit, Koordination und Verwaltung.

    Ich will nicht ewig das Gestöpsel mit Googlekalender, Listen auf Schulhomepages, ESIS (was ja so eh nicht laufen darf), etwas Moodle hier, etwas Dropbox da, noch ein paar Emails …

    Man kann nur beten, dass ASV hier eine lauffähige, skalierbare und Datenschutzrechtlich klar und sinnvoll gelöste Chance ist.

    Jörg Thelenberg
    Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt

    P.S. Ich habe mich auch gegen Teile der Volksbefragung in den 80ern
    gewehrt – aber ich habe es nicht als grundsätzlich verwerflich
    angesehen, dass der Staat Daten über seine Bürger möchte – wenn er
    datenschutzrechtlich saubere Lösungen hat und offenlegt, welche Daten
    erhoben werden und plausibel machen kann, wofür er sie braucht.
    Das sollte analog auch für die Schulen und ihre Schülerdaten gelten.

  4. Für den Realschulbereich sind viele der oben angesprochenen Dienste bereits realisiert worden, z.B. das Bayerische Realschulnetz Informations-und Kommunikationsplattform für die Realschulgemeinschaft. Hier werden zielgruppengerichtete Infos angeboten udn gepflegt, im internen Bereich wurden Verwaltungsabläufe zwischen Schulen, KM und MBs abgebildet, z.B. das offene Versetzungsverfahren, die Anmeldung zu den Praktika und die Zuweisung der Referendare zu den Seminar- und Einsatzschulen (um nur einige zu nennen).
    Mit dem Angebot OX-BRN wird die interne Kommunikation der Kollegien durch eine zentrale Termin, E-Mail und Dokumentenverwaltung unterstützt, auf die die Lehrkräfte auch von zu Hause zugreifen können. Eine Hilfe für große Kollegien aber definitiv kein Ersatz für die persönliche Kommunikation.
    Im Online-Lernbereich bietet das BRN mit BRN-Moodle einen niederschwelligen Einstieg in das E-Learning an.
    Wir setzen hier bewusst auf drei verschiedene Systeme, da jeweils unterschiedliche Ziele verfolgt werden.
    Die eierlegende Wollmilchsau im Schulbereich macht wenig Sinn (Moodle transpoertiert Lerninhalte und ermöglicht kollaboratives Lernen, bietet aber im Verwaltungsbereich nicht die Möglichkeiten wie OX, soll es auch nicht).
    Andere Verfahren sind schlicht aus Datenschutzgründen nicht durchführbar, z.B. Noten online verwalten. Spannend wird die Weiterentwicklung der Elterninformationssystem. Ein bereits auf dem Markt befindliches System hat leider für eine dicke Bremsspur gesorgt

    1. Na dann kopiere ich auch mal einen meiner Beiträge von der Liste. Und @Jörg Schreiber: E-Learningplattformen samt ihrer Möglichkeiten finde ich ausgesprochen interessant, meine Argumentation wendet sich gegen den zunehmenden und oft unreflektierten Einsatz von EDV – genau: Elektronischer DatenVerarbeitung – im Verwaltungsbereich. Und gerade da sollten SysAds viel kritischer gegenüber den ( Missbrauschs-)Möglichkeiten sein. Aber hier bei Beitrag zur Liste:

      Hallo,
      nun: erstens haben wir Teile davon schon, auch in digitaler Form (Notenbox, Wochenplan usw.) . Zweitens ersetzt meiner Meinung nach nichts davon das persönliche Gespräch – unter LehrerInnen, mit Eltern und Schülern und allen weiteren Beteiligten. Drittens ist bei vielen Dingen der Sinn zu hinterfragen, insbesondere an den Stellen, an denen Pädagogik durch Kontrolle ersetzt wird.
      Und ja: ich bestreite, dass alles, was mit Verwaltung zu tun hat, durch den Einsatz von IT für den Einzelnen schneller und effizienter gemacht wird!
      Und ja: ich denke vor allem, das Schule ganz anders organisiert werden müsste, um effektiv und pädagogisch arbeiten zu können. Und dabei spielt der Einsatz von ICT die geringste Rolle: Ausstattung kann durch IT nicht ersetzt werden, unterrichtliche Praxis wird nicht per se durch den Einsatz von IT verbessert, auch die Bildungschancen steigen nicht automatisch dadurch.
      Und nein, ich lasse mir auch nicht unterstellen, ich würde – nur weil ich bestimmten Bereichen auf elektronische Datenerfassung und vor allem Datenverarbeitung (EDV !) verzichte(n möchte) – schlechter fördern, weniger effektiv unterrichten etc. pp.
      Was mir fehlt, ist ein kritischer Umgang mit den Möglichkeiten, wobei ich noch mal festhalten will: mir geht es nicht um Lernplattformen, sondern um IT und Verwaltung. Mir erschließt sich beispielsweise der Sinn des Notenmanagers nicht für Mittelschulen, ich hatte noch nie Probleme, den Eltern meiner Schüler/innen auch über den Leistungsstand in Fächern die ich nicht unterrichte, Auskunft zu geben – weil wir an meiner Schule eben persönlich miteinander kommunizieren (können, weil relativ überschaubar). Und wie schon mehrfach betont: ich ziehe das persönliche Gespräche jeder elektronischen Tabelle vor.
      Und ja: ich bleibe dabei: ich sehe den „gläsernen“ Schüler negativ … genauso wie den E-Perso, ELENA (was ja jetzt auch nicht kommt) und Teile von ASV (die zu Recht von Datenschützern kritisiert werden).
      Gut: als Fossil der Bürgerrechtsbewegung der 80er Jahre sehe ich halt manches anders und weniger euphorisch….
      Und: leider werden solche Diskussionen IMHO viel zu selten, und wenn dann meist zu spät geführt!
      Viele Grüße

      Jörg D. Bauer
      FB IT Nürnberg

      1. Ich bin mit Ihnen völlig d’accord, das IT, auch Lernplattformen nicht die Lösung aller Probleme sind. Aus diesem Grund setzen wir bei BRN-Moodle auch auf E-Learning ale ergänzende Methode im Unterricht, die in der richtigen Situation angewendet sehr effizient für das Lernen sein kann.
        Wobei auch klar ist, dass ein breites Wissen und können des Lehrers im Bereich der Methodik niemals durch elektronische Medien ersetzt werden kann (denn auch dafür ist das Wissen über den richtigen methodischen Einsatz nötig). Einen Ansatz für diese Methodik, der sich oftmals auch in den IT-Bereich übertragen lässt, liefert z.B. Geoff Petty in seinem Buch Evidence Based Teaching.
        Wenn wir den Bereich IT in der Verwaltung ansehen, müssen wir uns immer vor Augen halten, was bringt es an Verbesserung für unsere Arbeit, wo gewinnen wir damit Zeitressourcen. Wenn ich den aktuellen Terminplan und Schulaufgabenplan von zu Hause aus sehen kann und ich diesen Kalender mit meinen privaten Terminen direkt abgleichen kann, dann bringt es mir Vorteile bei der Planung meiner Woche vor allem im Blick auf die Planung kleiner Leistungsnachweise.
        Wenn ein Kollege seinen Versetzungsstand online abrufen kann oder ein Referendar drei Wochen vor dem Zuweisungsschreiben online seine Seminar- oder Einsatzschule abrufen kann, bringt ihm das Zeitgewinn bei der Wohnungssuche. wie schon gesagt, es muss immer ein kritischer Blick auf dem Kosten-Nutzungs-Verhältnis liegen.
        Bei einem Lehrerkollegium mit 60 oder mehr Lehrkräften bieten IT-gestützte Lösungen einige Möglichkeiten, um die auf die Schulen hereinbrechende Informationsflut effizient und wirtschaftlich abzuarbeiten, auch mit Blick auf Kopierkosten.
        Der Einsatz des Notenmanagers bringt durchaus bei einer Schule mit mehr als 1000 Schülern deutliche Vorteile, sowohl bei der Beratung der Eltern als auch beim Zeugnisdruck. Kein Kollege an unserer Schule möchte dieses Hilfsmittel mehr missen.
        Wa den gläsernen Schüler anbelangt, und das persönliche Gespräch, bin ich mit Ihnen wieder auf einer Linie. Eine reine Übermittlung der Noten an die Eltern kann nur ein kleiner Teil der Beratungsarbeit sein, die wir Lehrer zu leisten haben.

    2. Lieber Herr Oberle,

      es gibt die Gesamtlösung vielleicht. Nur möchte sie keiner realisieren. Vielleicht kennen Sie diese auch nicht oder können sich nicht vorstellen, wie sie realisiert werden soll? Selbstverständlich würde das evtl. auch etwas kosten. Die dreigeteilte Lösung der Realschulen oder auch die vielen anderen Projekte auf diesem Gebiet scheitern wahrscheinlich -oder soll ich sagen scheiterten- spätestens beim flächendeckenden Einsatz für alle Lehrkräfte.

  5. Hallo,
    ich denke man muss hier zwei wesentliche Gesichtspunkte unterscheiden, die Herr Schreiber anführt:
    1. Was ist wünschenswert, was ist technisch möglich, was wird schon umgesetzt?
    2. Sind vielleicht Fragen des Datenschutzes wichtiger? Was sollte erlaubt sein? Was nicht?

    Zu 1. :
    unsere Schule hat seit drei Jahren das InfoPortal (EDV für die Schulverwaltung) eingeführt.
    Dieses System hat (hatte) vieles integriert was Herr Thelenberg als nützlich erachtet und Herr Schreiber auch aufgeführt hat:
    – Terminplan, Probenterminen, Vertretungsplan online
    – Raumbuchung,
    – Dokumentenmanagement, Online-Formulare für alle verwaltungstechnischen Aufgaben
    – Allgemeine Abfragen, Umfragen
    – Einsammeln der Notenlisten zum Zeugnistermin
    – Turnusmäßige Noten- und Leistungsübersichten mit allen Leistungen
    – “Wissen, was läuft.” Z.B. Bei Anrufen in der SL, beim Klassenlehrer. Infos an Lehrer, die nicht da sind, nur an wenigen Tagen an der Schule sind, etc.
    Aber nur Lehrer bzw. die Verwaltung der Schule können das System nutzen.

    Wir Lehrer und die Verwaltung haben es schätzen gelernt und wollen es nicht mehr missen.
    Das System erleichtert uns unsere Arbeit und hilft uns insbesondere bei Beratungsgesprächen, da wir alle verwaltungstechnischen Informationen, die wir benötigen, an einem „Ort“ haben. Zur Not auch bei einem Telefonat am Abend von daheim aus!
    Das heißt natürlich nicht, dass wir unsere Schüler auf die Daten reduzieren, die uns digital vorliegen. Das könnte man übrigens bei „papiergestützen“ Daten genauso.
    Der Informationsfluss innerhalb des Kollegiums und zwischen Schulleitung und Kollegium hat sich verbessert. Ohne, dass die notwendige verbale Kommunikation darunter gelitten hätte.

    Für die Kommunikation mit den Eltern nutzen wir ESIS, und auch wenn das noch nicht perfekt ist, ist es ein Fortschritt und ebenfalls nicht mehr weg zu denken.

    Zur ASV:
    deren Zielsetzung ist doch eher die Datenerhebung durch das Landesamt und das KM, nicht die Schulverwaltung der einzelnen Schule durch die ansässige Verwaltung.
    Das war bei den bisherigen „Schulverwaltungs“-Programmen doch bisher auch so.

    Das InfoPortal und ESIS sind Entwicklungen, die ihren Ursprung in der ZUSAMMENARBEIT von Eltern und Schule haben. Das soll man bitte bei der Betrachtungsweise nie vergessen.

    Nun zu 2.:

    Leider erleben wir seit den Herbstferien immer weitere Einschränkungen des InfoPortals.

    Grundgedanke bei allen diesen Einschränkungen ist (so verstehe -nein tu ich eigentlich nicht!- ich das wenigstens):
    – liegen Informationen (Noten; Notizen über Elterngespräche, Ordnungsmaßnahmen) in Papierform vor, so genügt es diese Informationen in einem Schrank im Sekretariat aufzubewahren.

    Man geht davon aus, dass jeder Lehrer außer dem Klassenleiter nur seine Einträge auf dem Papier ansieht (sieht?).
    Weiter geht man davon aus, dass kein Unberechtigter sich illegal Zugriff auf diese Informationen beschafft, z.B. durch Öffnen des kurzzeitig unbeabsichtigten Schrankes, oder ggf. Einbruch in die Schule.

    -Anders sieht das jedoch aus, wenn die Informationen digital vorliegen (und damit meine ich nicht (!) bearbeit- und veränderbar, sondern nur lesbar):

    dann MUSS gewährleistet sein, dass jeder Lehrer außer dem Klassenlehrer nur seine Einträge sieht.
    MUSS es unmöglich sein, dass Unberechtigte sich illegal lesenden Zugriff auf diese Informationen beschafft!
    (Das funktioniert ja nicht einmal bei hoch sensiblen digitalen Daten von Verteidigungsministerien und Sicherheitsunternehmen)

    Bitte, ich bin sehr wohl der Meinung, dass die Daten in der Schulverwaltung sicher vor Zugriffen von Unberechtigten sein sollten.
    Aber man muss sich im Klaren sein, dass sich jedes System knacken lässt. Auch der Tresor im Sekretariat.
    Und es darf keinen Unterschied zwischen Informationen auf Papier und in digitaler Form geben, wenn es sich um „lesenden“ Zugriff handelt!

    Ansonsten können wir wieder zurück zu Papier und Schreibmaschine.

    Auch bei ESIS gab es im auslaufenden Jahr Einschränkungen. Auch hier wurde bei dem von Eltern geschätzten Elternsprechtag-Buchungssystem der datenschutztechnische Riegel vorgeschoben.
    Wenn jemand die Eintragliste an der Zimmertür am Elternsprechtag abschreibt, oder auch klaut und kopiert hat er/sie die gleichen Informationen.

    Ich bin der letzte der sich gegen Datenschutz ausspricht, aber man muss auch die technische Seite sehen!
    Solange die/der Betroffene weiß, welche Daten über sie/ihn erhoben werden und sicher sein kann, dass die Daten nur zu diesem Zweck und nur von der entsprechenden Stelle verwendet werden, dann ist das meiner Ansicht nach in Ordnung.
    Meine Bank hat eben einfach meine Kontodaten und sieht wie viel im Monat auf´s und vom Konto weggehen, das muss halt so sein, sonst wäre sie nicht meine Bank. Das Finanzamt kennt meine Steuererklärungen, weiß welchen Computer ich benutze, welches Auto ich fahre, welche Handwerker ich beauftrage usw. .
    Die Schule/die Lehrer kennt/en eben die Noten, Fehlzeiten eines Schülers und die Kontakte mit den Eltern, das muss eben so sein damit sie ihre Aufgabe wahrnehmen kann. Sonst hätten wir ja auch Jahrzehnte etwas falsch gemacht mit unseren Notenbögen in Papierform.
    Problematisch wird das ganze erst, wenn die verschiedenen Datensätze unerlaubt verknüpft und unerlaubt gemeinsam digital AUSGEWERTET werden können. Aber das setzt bei entsprechend abgesicherten Systemen ein gewisses Maß an krimineller Energie voraus. Man muss in die Bank/Finanzamt/Schule einbrechen um die Akten/Notenbögen zu stehlen und die Akten/Notenbögen in Papierform mühsam digitalisieren. Oder man muss sich illegal administrativen Zugang zu einem Bankserver, Finanzamtsserver oder einem digital geführten Schulverwaltungssystem verschaffen. Es gibt sicher Experten für die handwerkliche und andere Experten für die digitale Methode. Ich frage mich nur, was ist interessanter: Noten und Ordnungsmaßnahmen oder Bankdaten?

    Wenn die Umsetzung des Datenschutzes in den Schulen weiter so praxisfern ausgelegt wird, dann wird das der Todesstoß für alle innovativen und gewinnbringenden Systeme sein.

    Nichts für ungut!

    Ulf Fischlein
    Systembetreuer Christoph-Jacob-Treu-Gymnasium Lauf

    1. Ich möchte mich Herrn Fischlein im Wesentlichen anschließen. Leider fürchte ich, dass er damit Recht hat, dass ASV eher auf die Interessen einer zentralen Datenerfassung bzw. der Datenübermittlung nach München dienen wird, als den hier vielfach beschriebenen Wünschen und Möglichkeiten der Schulen. Besonders zur Frage der Skalierbarkeit / Erweiterbarkeit von ASV ist bisher nicht wirklich etwas zu erfahren.
      Wichtig scheint mir auch, Ulf Fischleins Überlegungen zu Punkt 2 (Datenschutz) etwas weiterführen.

      Es ist in der Tat völlig unverständlich, welche unabgestimmten, unklaren und daher innovationsfeindlichen Vorgaben zum Thema Datenschutz bei der Schulverwaltung aus München kommen. Bei Diskussionen darüber stellen sich unangenehme Fragen:
      • War in München erst nach Jahren aufgefallen, dass ESIS und das InfoPortal unter datenschutzrechtlichen Aspekten zu betrachten ist?
      • Hatten Datenschutzbeauftragte und kultusministeriale Bürokratie vorher nie gemeinsam darüber nachgedacht?
      • Warum wird ausgerechnet die Online-Verwaltung von Noten als quasi unlösbares datenschutzrechtliches Problem gesehen? Was ist an den personenbezogenen Daten eines Schülers denn so viel schützenswerter als an denen eines Bankkunden, Steuerzahlers, Beamten, Sozialhilfeempfängers? Niemand würde bei letzteren die Erhebung und Verarbeitung von äußerst sensiblen Daten in EDV System per se verbieten oder derart regulieren, dass sie quasi unmöglich wird.
      • Warum ist für die Schulverwaltung der berechtigte Punkt „Datenschutz“ ein scheinbar unlösbares Problem, zu dem momentan durch ihre Überalterung heute praktisch oft unbrauchbare Vorgaben existieren?
      • Wieso ist es so schwierig, die sinnvollen Grundgedanken des Datenschutzes in der Schule anzuwenden? (Auskunft über/Transparenz bzgl. gespeicherter Daten, zeitliche Begrenzung und Löschung, klar definierter Zugang und Personenkreis, Verschlüsselung und gestaffelte Zugangssicherung, Datenschutzbeauftragte).
      • Hat man Angst, dass die Schulen unfähig sind, den tatsächlichen Erfordernissen des Datenschutzes nicht nachkommen?
      • Fürchtet man sich vor den Kosten der notwendigen Schulung und technisch-personellen Umsetzung des Datenschutzes und legt den Schulen deswegen so viele Steine in den Weg, dass sie angesichts einer (gewollten?) Unsicherheit/Problematik verständlicherweise die Finger davon lassen.
      • Ist das Thema Datenschutz / „gläserner Schüler“ so heikel, dass man aus Angst vor der Empörung der Eltern / Wähler hier lieber alles verhindert?

      Schließlich möchte ich noch denen widersprechen, die glauben, der Datenschutz sei ein Problem, das hauptsächlich den Bereich der Schulverwaltung betreffe.
      Auch Lernplattformen und Wikis speichern personenbezogene Daten, letztere sogar für jeden Benutzer sichtbar: Ich kann immer sehen, welcher User (in Schulen sogar oft Klartextnamen) im Wiki um welche Uhrzeit z.B. seine Hausaufgabe eingestellt hat, wie lange er daran gearbeitet hat und welchen Kommentar/Korrekturvorschlag der Lehrer dann zu dieser Arbeit hinterlassen hat. Diese Daten sind immer wieder herstellbar (als ältere Version). Auch in z.B. Moodle muss ich mich mit dem Datenschutz beschäftigen, besonders wenn Schüler dort auch zu benotende Beiträge abliefern: Ich muss Zugänge verwalten, Daten bei Verlassen der Schule durch den Schüler löschen usw.
      Würde jemand aber wegen der natürlich gegebenen Notwendigkeit des Datenschutzes Lernplattformen ganz verbieten oder mit immer mehr und unrealistischeren Sicherheitsforderungen konfrontieren wollen?
      Das Problem des Datenschutzes ist ein zentrales, das für Lernplattformen und für die Schulverwaltung in München gelöst werden muss, und zwar von Datenschutzbeauftragten und Kultusministerium.
      Ich bleibe aber dabei, dass moderne, besonders große Schulen, am Ende eine Lösung brauchen, in der „Noten und weitere wesentliche Informationen zu Schülern wenigstens für alle Lehrer, die sie unterrichten, auch online (verschlüsselt, mehrfach gesichert, zeitlich begrenzt) zugänglich sind.“
      Alles andere ist weder hilfreich noch einer modernen Verwaltung angemessen.

Schreibe einen Kommentar